Bodensee

Der Bodensee ist ein Gewässer in Süddeutschland an den Grenzen zur Schweiz und zu Österreich, das sich eigentlich aus zwei nahe bei einander liegenden Seen zusammensetzt, die über einen Fluss verbunden sind. Als Bodensee-Region bezeichnet man den Großraum um den Bodensee, der teils trotz Ländergrenzen einen Kulturraum bildet, teils auch aus touristischen Gründen so genannt wird.
Auf der deutschen Seite des Sees befinden sich die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern, am österreichischen Teil das Bundesland Vorarlberg und am Schweizer Ufer die Kantone St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen.


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Region Bodensee-Oberschwaben

Die Region Bodensee hier bei der ErlebnisPostille umfasst die Region auf der deutschen Seite des Sees. Zu dieser Region gezählt werden die Landkreise Bodensee und Konstanz als direkte Anrainer, die Landkreise Ravensburg und Biberach der Region Oberschwaben, sowie der südliche Teil des Landkreises Sigmaringen (Linzgau-Teil). Über die Region um Lindau, die am See liegt, wird im Blog zwar auch berichtet, organisatorisch gehört sie aber zur Sektion "Bayrisch Schwaben". Auch über die Bodensee-Region in Österreich und der Schweiz wird hin und wieder berichtet, aber diese gehören ihren eigenen Ländersektionen an.
Die Region Bodensee-Oberschwaben grenzt im Westen an den Schwarzwald, im Norden an die Schwäbische Alb, im Osten an Bayern und im Süden an die Schweiz und Österreich.

Bodensee - der See

Der Bodensee ist der größte See Deutschlands und mit einer Fläche von 536 km² der drittgrößte See Europas. Er besteht eigentlich aus den Gewässern Obersee, Untersee und Seerhein. Auf der Karte oben sind diese Einzelteile deutlich zu sehen: Der Obersee ist das Hauptgewässer, das im Osten bei Bregenz beginnt, sich in der Mitte verdickt und dann nach Westen hin zu einem kleinen Arm, dem so genannten "Überlinger See", ausläuft. Direkt unter diesem Arm ist der Untersee mit der Insel Reichenau zu erkennen. Die Verbindung zwischen den beiden Seen ist der Seerhein, der bei Konstanz dem Obersee entspringt und an der Insel Triboldingerbohl in den Untersee fließt.
Das Becken des Bodensee entstandt während der Würm-Eiszeit durch einen Gletscher. Nach dem Ende der Eiszeit (ca. 9650 v. Chr.) blieb zunächst ein großer Schmelzwassersee zurück. Nach der Tiefenerosion des Hochrheins fiel das Tal des heutigen Seerheins trocken, da sich der Wasserspiegel des Bodensees um etwa 10 Meter auf 395 m über dem Meeresspiegel senkte. So entstand der Seerhein und die Trennung zwischen Untersee und Obersee.
Der See ist an seiner tiefsten Stelle 254 m Tief, im Schnitt sind es 90 m. Bekannt sind die durch die Gletschertätigkeit entstandenen "Halden", bei denen der Seegrund abrupt um mehrere Meter, oft sind es zehn bis zwanzig oder mehr, senkrecht abfällt. Berühmtheit erlangte hierbei der so genannte "Teufelstisch", eine Felsnadel, die von der Wasseroberfläche senkrecht bis zum Seegrund in die Tiefe geht. Der Seegrund liegt - je nach Wasserstand - an dieser Stelle bei etwa 90 m.

Seinen besonderen Status bekam der See neben seiner Funktion als Nahrungs- und Trinkwasserlieferant vor allem als Verkehrsweg. Noch heute ist die Bodenseeschifffahrt eine der bekanntesten in Deutschland. Aufgrund seines besonderen Klimas ist der Bodensee bei Wassersportlern sehr beliebt, wird aber auch wegen den schnell wechselnden Wetterlagen als schwierig angesehen.

Oberschwaben

Die Region Oberschwaben liegt zwischen dem Bodensee, der Schwäbischen Alb und Bayrisch Schwaben, wobei die eigentliche Ostgrenze Iller und Allgäu bilden. Die Landschaft ist geprägt vom Naturreservaten, kleinen Städten und Dörfern, Badeseen und viel Kultur.

Geschichte

Erste Spuren menschlicher Besiedlung aus der Mittelsteinzeit (8.000 bis 5.500 vor Christus), allerdings noch an einer höheren Uferlinie. Am bekanntesten sind die aus der Jungsteinzeit stammenden Pfahlbauten, die allerdings nicht - wie es etwa das rekonstruierte Pfahlbaudorf bei Uhldingen nahelegt - im Wasser, sondern in ufernahen Feuchtgebieten entstanden sind. Ab circa 450 vor Christus sind Ansiedlungen verschiedener keltischer Stämme belegt, wie die Helvetier, Räther, Vindeliker und Brigantier. Letztere gründeten die Oppida Brigantion, die von den Römern  in Brigantium umbenannt wurde und heute Bregenz heißt. Außerdem gründeten die Römer weitere Städte wie Constantium (heute Kontanz) und Arbor Felix (heute Arbon).
Unabhängig von herrschenden Mächten, die ständig wechselten, und unabhängig von Landesgrenzen hat sich die Bodenseeregion als eine Kulturlandschaft entwickelt.

Der Name

Römische Aufzeichnungen sind die ältesten Berichte, die den Seen des Bodensees einen Namen geben: Lacus Venetus (Obersee) und Lacus Acronius (Untersee). Später wird der See als Lacus Brigatinum (von der Stadt Brigantium) bezeichnet.
Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Bodman befand sich später ein Herrschaftssitz, der "Potamico" hieß und überregional bekannt war. Von diesem entstand der Name "Lacus Potmanicus" (= "See, an dem Bodman liegt"), der seit 833 bezeugt ist. Aus diesem Namen hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch (vor allem durch die Lautverschiebung) der Begriff "Bodamer See" entwickelt, der schließlich zu "Bodensee" wurde. Der Name des "Bodanrück", die Landzunge, die den Überlinger See vom Untersee trennt, hat sich ebenfalls aus diesem Begriff entwickelt. Der Name wurde auch in viele andere Sprachen übernommen.
Nach dem Konzil von Konstanz im 15. Jahrhundert verbreitete sich allerdings im romanischen Sprachraum der Name "Lacus Constantinus", als "See von Konstanz". Daher wird der Bodensee in einigen romanischen Sprachen so bezeichnet, zum Beispiel "Lac du Constance" im Französischen oder "Lake of Constance" im Englischen.

Klima

Das Klima des Bodensees kann als "mild" bezeichnet werden, weswegen hier - vor allem auf der Insel Mainau - auch mediterrane Pflanzen gedeihen. Da der See von Bergen umgeben ist, können Fallwinde entstehen und die bekannten Föhnwetterlagen, die durch die Alpen begünstigt werden, führen bei anfälligen Menschen zur Belastung.
Da der See große Massen Wasser beinhaltet, folgt seine Temperatur nur sehr langsam und sehr begrenzt den Umgebungstemperaturen. Die Wärmekapazität des Wassers bewirkt, dass im Sommer ein Kühleffekt einsetzt und im Winter Wärme abgegeben wird. Daher ist es sehr selten, dass der Bodensee im Winter komplett zufriert. Statistisch geschehen passiert dies etwa alle 70 Jahre, zuletzt im Winter 1962 / 1963. Voraussetzung ist allerdings eine sehr früh im Jahr einsetzende Frostwetterlage, die über mehrere Monate stabil bleiben muss.

Literatur über die Region